Surround-Sound einfach erklärt: So hörst du mehr im Heimkino (2023)

Eine moderne Heimkino-Anlage ohne Surround-Sound ist kaum mehr denkbar. Du musst heute auch keine Unsummen aktivieren, um in den Genuss von Mehrkanal-Ton zu kommen. Dabei hast du die Wahl aus verschiedenen Optionen. So gibt es Komplettsysteme, Soundbars mit zusätzlichem Subwoofer und Rear-Lautsprechern oder auch die Möglichkeit, dich mit einem AV-Receiver und Lautsprechern ganz nach deiner eigenen Wahl auszustatten.

Surround-Sound gibt es nicht nur für Filme und Serien, sondern auch Spiele und sogar Musik kannst du mit Raumklang genießen. Der Vorteil gegenüber Mono- oder Stereo-Ton? Surround-Sound entspricht viel mehr dem natürlichen Hören des Menschen. Gehst du durch die Straße, hörst du schließlich auch nicht nur Geräusche von vorne, sondern überall um dich herum. Surround-Sound ist also näher an der Realität. Das ist keine Spielerei, sondern kann dich noch tiefer in das Geschehen in deinem Lieblingsfilm oder einem Spiel ziehen. In Games kann es sogar spielerische Vorteile haben: Kannst du einen Gegner akustisch orten, weißt du auch ohne seine Spielfigur zu sehen, genau wohin du dich begeben musst.

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Doch es gibt Surround-Sound in verschiedenen Formen: Dolby Digital, DTS, Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio sind am gebräuchlichsten und dir sicherlich schon begegnet. Wir erklären dir die unterschiedlichen Formate und ihre Vor- und Nachteile. Doch zunächst kurz zu den Grundlagen des Raumklangs.

2.1, 5.1, 7.1 und mehr – Was steckt eigentlich dahinter?

Recherchierst du, was für ein Surround-Set-up sich für dich eignet? Dann hast du schnell mehrere Angebote vor Augen: Einige Systeme versprechen dir 5.1-Surround-Sound, andere 7.1-Surround-Sound – andere gar 5.1.4-Klang. Das klingt nach einem geheimen Zahlencode. Glücklicherweise ist der Code leicht zu knacken: Die erste Ziffer steht jeweils für die Anzahl der Lautsprecher bzw. Kanäle. Ein Mono-Set-up nutzt etwa nur einen Kanal (1.0). Der Sound kommt aus einem einzigen Lautsprecher. Bei Stereo sind es zwei Kanäle (2.0). Das ist schon ein Mehrwert, denn nun hörst du, ob ein Geräusch von links oder von rechts kommt.

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Doch da ist ja noch eine weitere Zahl: Die Ziffer „0“ steht hier für einen separaten Bass-Kanal. Bei einem 2.1-Set kommt zu den beiden Stereo-Kanälen also noch ein Subwoofer dazu. Doch wir wollen uns ja auf Surround-Sound steigern: Unser erstes Beispiel, ein 5.1-Set, nutzt fünf Lautsprecher plus Subwoofer. Zu den Lautsprechern vorne links und rechts von deiner Hörposition gesellen sich ein Center in der Mitte sowie zwei Speaker links und rechts hinter dir.

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Der nächste Schritt ist ein 7.1-Aufbau (7 Lautsprecher plus 1 Subwoofer). Jetzt kommen noch zwei Lautsprecher jeweils seitlich links und rechts von dir dazu. Mit einer guten Anlage ist nun Spaß beim Filmschauen (und -hören) vorprogrammiert: Ein Hubschrauber kreist um dich herum, du wanderst mit einen Lieblingscharakteren durch belebte Straßen oder hörst Unterwasser Luftblasen um dich herum aufsteigen. Diese Immersion können Mono und Stereo nicht bieten.

Das brauchst du für Surround-Sound

Um Surround-Sound zu nutzen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Kurz erwähnt sei: Neben Multi-Lautsprecher-Systemen gibt es auch Kopfhörer mit Surround-Sound. Da handelt es sich dann um virtuellen Surround-Sound, der nur simuliert wird. Bei einigen Modellen funktioniert dies überraschend gut, bei anderen klingt die Stereo-Wiedergabe besser. Klar sollte sein: Je mehr und je hochwertigere Lautsprecher du einsetzt, desto besser dein Surround-Erlebnis.

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Soundbar oder 5.1-System? Mittlerweile ist auch der Griff zu einer Soundbar eine solide Alternative: Hersteller wie Sonos, hier unser Test der Arc, verbauen für das Surround-Erlebnis mehrere Treiber in ihren Klangriegeln. Diese Treiber springen quasi für die sonst separaten Lautsprecher ein. Soundbar-Flaggschiffen liegen dabei in der Regel externe Subwoofer für bessere Basswiedergabe undseparate Rear-Lautsprecherfür Sound von hinten bei. Die Ergebnisse, wie bei Samsungs HW-Q950T, können durchaus mit vielen Komplettsystemen und Einstiegs-Anlagen mithalten.

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Alternative sind Lautsprecher-Komplettsysteme, wie sie z.B. der Direktvertrieb Teufel anbietet. Hier benötigst du keinen gesonderten AV-Receiver und erhälst ein vollständiges Set, das fertig zum Anschluss an deinen TV und den Surround-Sound-Einsatz ist. Nachteil: Die Sets beanspruchen mehr Platz als ein Soundbar-System und sind im Gegensatz zu Lösungen mit einem unabhängigen AVR nicht nachträglich erweiterbar. Sie sind sozusagen ein Mittelweg.

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Von vielen als Königsweg betrachtet: Mit einem AV-Receiver von Herstellern wie Denon, Onkyo oder Yamaha erhältst du die größte Flexibilität. Denn an so einen AVR kannst du eigene Lautsprecherkombinationen anschließen. Allerdings empfiehlt es sich natürlich für einen möglichst harmonischen Klang vom gleichen Hersteller, im Idealfall auch aus der gleichen Modellreihe, Lautsprecher zu verwenden. Verwendest du also beispielsweise zunächst zwei Stereo-Lautsprecher der Serie Heco Victa Prime, rüstest du am besten später auch Center, Subwoofer und Rears aus der gleichen Serie nach.

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Das führt uns zu einem weiteren Vorteil: Bei einem selbst zusammengestellten Surround-Sound-System hast du die Chance, klein anzufangen und später deine Lautsprecher auszutauschen oder das Set-up mit mehr Speakern zu erweitern. Du kannst also jederzeit auch nachträglich aus einem 5.1-System ein 7.1-System machen – oder gar für 3D-Sound mit Deckenlautsprechern aufrüsten. Außerdem sind aktuelle AVR zu den verschiedensten Formaten kompatibel. Was uns zum nächsten Kapitel und den am häufigsten vorkommenden Surround-Formaten führt.

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Dolby Digital vs. DTS: Was ist besser?

Die beiden Surround-Formate Dolby Digital und DTS stammen noch aus DVD-Zeiten, finden aber selbst auf Blu-rays und Ultra HD Blu-rays noch Verwendung. Streaming-Anbieter wie Amazon Prime Video, Disney+ und Netflix setzen für ihren Surround-Sound auf Dolby Digital+. In Games sind beide Formate ebenfalls gängig. Grundsätzlich haben Dolby Digital und DTS eines gemeinsam: Beide sind verlustbehaftet. Das bedeutet, der ursprüngliche Ton wird komprimiert. Das ist immer mit einem Qualitätsverlust verbunden.

Durch die Kompression benötigen Dolby Digital und DTS allerdings weniger Datenvolumen als verlustfreie Formate wie Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio. Beide stellen wir dir im nächsten Abschnitt noch vor. Bleiben wir zunächst bei Dolby Digital und DTS. Beide Formate finden breite Unterstützung. Alle gängigen AVRs und Soundbars kommen normalerweise mit beiden Formaten klar.

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Dolby Digital für DVDs, Blu-rays uns UHD Blu-rays ist typischerweise mit 384 bis 640 kbps codiert, wie Dolby angibt. Kbps steht für Kilobits pro Sekunde. Je höher der Wert, desto geringer die Kompression. Geringere Kompression kann, als ein Faktor von vielen, potenziell für einen besseren Klang sorgen. Dolby Digital Plus, wie es die Streaming-Anbieter wie Netflix für Surround-Sound nutzen, ist effizienter aber auch stärker komprimiert. Hier sind Bitrates von 192 bis 256 kbps gängig. DTS erlaubt hingegen Bitrates von bis zu 1,5 Mbps – deutlich höher als bei Dolby Digital.

Doch welches Format ist besser? Blickt man auf die reine Bitrate, dann sind DTS-Tonspuren meistens großzügiger codiert. Sie benötigen dadurch aber mehr Speicherplatz (auf Discs) bzw. mehr Bandbreite (beim Streaming). Manch Audiophiler argumentiert, die höheren Bitrates würden bei DTS für einen besseren Klang sorgen. Dolby selbst stemmte sich in der Vergangenheit gegen solche Aussagen: Die Kompression von Dolby Digital sei effizienter. Einen glasklaren Gewinner gibt es in diesem Punkt also nicht.

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Sowohl Dolby Digital / Dolby Digital Plus als auch DTS ermöglichen Tonspuren mit 5.1-, 6.1- oder auch 7.1-Surround-Sound. Die Tonqualität wird nicht nur von den Bitrates beeinflusst, bei denen DTS im Vorteil ist, sondern auch von anderen Faktoren. Beispielsweise reklamiert Dolby für sich das bessere Signal-Rausch-Verhältnis. Am Ende ist die Abmischung ein erheblicher Faktor, also wie viel Mühe sich die Tontechniker im Studio gemacht haben. Hier lässt sich in der Praxis oft feststellen, dass DTS-Spuren lauter und kraftvoller abgemischt sind, als ihre Pendants in Dolby Digital. Allgemein ist jedoch weder Dolby Digital noch DTS pauschal besser. Zu viel hängt von der indidivuellen Abmischung ab.

Dolby TrueHD vs. DTS-HD Master Audio: Klang ohne Verluste

Anders sieht es mit dem Verglich zwischen Dolby Digital und Dolby TrueHD bzw. DTS und DTS-HD Master Audio aus: Fraglos sind Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio objektiv besser. Beide Formate arbeiten verlustfrei. Man bezeichnet sie daher manchmal auch als HD-Audio – analog zum HD-Bild. Sie können also einen breiteren Dynamikumfang wiedergeben und unterstützen deutlich höhere Bitrates. Daraus resultiert ein „Datenhunger“, der diese Formate für Streaming-Anbieter zu anspruchsvoll macht. Du findest sie aber auf Blu-rays und UHD Blu-rays.
Sowohl Dolby TrueHD als auch DTS-HD Master Audio enthalten als „Kern“ (Core) stets auch Dolby Digital und DTS. Besitzt du also einen älteren Receiver, der die verlustfreien Formate nicht unterstützt, kannst du die verlustbehafteten Varianten abspielen. Abwärtskompatibilität ist also gegeben.

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Dolby TrueHD unterstützt bis zu 7.1-Surround-Sound mit 24-bit und 96 KHz. Vereinfacht gesagt, kann der Klang naturgetreuer und näher am Original wiedergegeben werden, als bei Dolby Digital oder DTS. Auch DTS-HD Master Audio beherrscht 7.1-Surround-Sound bei 24-bit und 96 KHz. Wie schon beim Vergleich zwischen Dolby Digital und DTS, so stellt sich auch hier heraus, dass DTS-HD Master Audio höhere Bitrates anlegen kann. Sind es bei Dolby TrueHD maximal 18 Mbps, so kommt DTS-HD Master Audio auf bis zu 24,5 Mbps.

Auch hier gibt es jedoch keinen klaren Gewinner. Festhalten lässt sich nur, dass die beiden verlustfreien Formate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio ihre verlustbehafteten Pendants Dolby Digital und DTS klar ausstechen.

Surround Sound vs. 3D-Sound: Der feine Unterschied

Dolby und DTS haben auch 3D-Soundformate entwickelt: Dolby Atmos und DTS:X. Sie sind keine eigenen Tonformat, sondern erweitern Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio. Das geschieht beim 3D-Sound in zwei zentralen Punkten: Der Klang ist nun nicht mehr kanal-, sondern objektbasiert und kommt außerdem auch von oben. Dadurch hörst du, wie Regen auf dich herunter zu prasseln scheint, ein Hubschrauber sich absenkt oder ein Superheld seinen Flug gen Erde antritt.

Um den Klang von oben zu erhalten, benötigst du etwa tatsächlich Lautsprecher direkt an der Decke oder aber sogenannte Upfiring-Lautsprecher, wie sie z. B. oben im Video Klipsch vorstellt. Diese Speaker platzierst du auf den vorderen Stereo-Boxen wie eine Art Hut. Sie schießen den Sound dann an die Decke des Raumes, von der er zu deinem Sitzplatz reflektiert wird. Soundbars arbeiten ebenfalls mit integrierten Upfiring-Treibern. Selbst unter idealen Bedingungen sind echte Deckenlautsprecher Upfiring-Speakern jedoch überlegen.

Der zweite Unterschied zu Surround-Sound liegt darin, dass 3D-Sound anders gemastert wird. Statt sich auf Kanäle festzulegen, etwa 5.1 oder 7.1, arbeiten Dolby Atmos und DTS:X mit objektbasierten Abmischungen. Ein derartiges Objekt kann eben der Klang eines Hubschraubers, einer Pistolenkugel oder sogar der von dutzenden einzelnen Regentropfen sein. Vorteil: Statt dich auf ein System mit 5.1- oder 7.1-Lautsprechern festzulegen, kannst du 10, 20 oder sogar 30 einzelne Speaker verwenden. Aktuelle Top-AVR-Modelle von z. B. Denon unterstützen jedoch maximal 9.2.4-Aufstellungen.

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Dolby Atmos und DTS:X in der verlustfreien und damit hochwertigsten Variante gibt es aktuell auf Blu-rays und Ultra HD Blu-rays. Auch diese Formate enthalten immer auch einen Kern („Core“). Fehlt dir somit noch Dolby-Atmos- oder DTS:X-Technik kannst du den den Core abspielen – bei Discs in der Regel Dolby TrueHD bzw. DTS-HD Master Audio.

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Surround-Sound 2021: Du hast die Wahl

Wie du siehst, führen viele Wege nach Rom bzw. zu einem Surround-Set-up. Bereits eine Soundbar wie die Samsung HW-Q950T mit externem Subwoofer und Rear-Lautsprechern kann für gutes Surround-Feeling sorgen. Komplettsysteme gehen dann einen Schritt weiter, benötigen jedoch auch mehr Kabel und mehr Platz. Wer Qualität ohne Abstriche und maximale Flexibilität wünscht, greift zu einem AVR und einer Lautsprecher-Zusammenstellung ganz nach dem persönlichen Geschmack und verfügbaren Budget.

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Ob dann ein Tonformat von Dolby oder DTS aus den Boxen erschallt, ist mittlerweile fast unerheblich, auch wenn über die qualitativen Unterschiede von Anhängern beider Formate gestritten wird. Aber vielleicht willst du ja sogar einen Schritt weiter gehen und direkt mit 3D-Sound wie Dolby Atmos oder DTS:X einsteigen? Dann empfehlen wir dir zusätzlich den Blick in diesen 3D-Sound-Ratgeber zum Thema!

Bist du ein Stereo-Purist oder geht bei dir im Heimkino gar nichts mehr ohne standesgemäßen Surround-Sound? Darf es auch gerne Dolby Atmos sein oder siehst du darin keine Mehrwerte? Wir freuen uns auf Rückmeldungen!

Weiterführende Links:

  1. DTS:X – besser als Dolby Atmos?
  2. Dolby Atmos Test: Surround Set aus Sonos Arc, Sub und One

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Author: Fredrick Kertzmann

Last Updated: 02/19/2023

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